Darf ich Dir ein berührende Geschichte erzählen?

Cor ad Cor locitur für Frieda

Ich möchte dir eine Geschichte erzählen, denn sie bedeutet mir viel. Eine Geschichte über Frieda.

Es ist Juli, 2014. Zwei Monate zuvor habe ich mich von Hanna verabschiedet. Hanna ist die Jack Russel Hündin meiner Mutter, die ich nach ihrem Tod übernommen habe. Sie sieht witzig aus mit ihrem graubraun melierten, borstigen Fell und der weißen Schnauze. Sie ist freundlich zu jedem und schaut immer ganz neugierig aus ihren gütigen, alten Augen. Ich nenne Hanna oft meine Schwester, weil meine Mutter ihr so viel Aufmerksamkeit gibt und sich gefühlt mehr um den Hund sorgt, als um mich.

Ich habe ja keine Ahnung.

Erst nach dem Tod meiner Mutter lernen Hanna und ich uns besser kennen. Wir trauern gemeinsam. Wir spenden einander Wärme und teilen über gemeinsame Spaziergänge Erinnerungen auf eine besondere Art der Kommunikation. Eine Kommunikation, die ohne viele Worte funktioniert.

Hanna und ich teilen weitere drei Jahre unseres Lebens. Danach muss ich auch sie gehen lassen. Ein weiterer Abschied. Ein weiteres Loslassen. Nicht nur von Hanna, sondern auch einen weiteren Teil von meiner Mutter.

Es ist drei Wochen später. Mir geht es nicht gut. Ich sitze in meinem großen Garten am Stadtrand von Berlin. Ich spüre eine Leere in mir, die ich eigentlich nicht spüren soll. Vor fast einem Jahr habe ich geheiratet. Ich sollte glücklich sein. Bin ich aber nicht. Tief in meinem Inneren fühle ich mich allein.

Durch einen Zufall oder was auch immer das ist, stoße ich einige Wochen später über Facebook auf eine Seite, die Animal Rescue Kos heißt. Hier hilft eine sehr engagierte Frau in Frankfurt am Main bei der Vermittlung von Straßenhunden und Katzen aus Kos, einer kleineren Insel in Griechenland. Ich bin schwer beeindruckt von ihr. Beeindruckt, wie sie die Tierarztkosten und den Flugtransport aus Kos nach Deutschland über Spenden für die Tiere, vor allem Hunde, organisiert. Ich verfolge ihre Aktivitäten täglich. Ich will auch helfen. JETZT!

Mit klopfenden Herzen schreibe ich ihr eine Mail und melde mich als Pflegestelle für einen Hund an. Sie freut sich und schreibt mir gleich zurück. In der mail ist auch ein Bild von einer zweieinhalbjährigen Hündin namens Patsy. Sie braucht eine Pflegestelle. Ich schaue auf das Bild und finde den Hund darauf nicht besonders gut getroffen. Es ist kein schönes Foto. Naja, denke ich. Sie ist da. Offensichtlich hat sie eine Daseinsberechtigung und ich will ja nur die Pflegestelle übernehmen. Ich sage zu.

Zwei Wochen später sitze ich im Auto und fahre sechs Stunden nach Frankfurt am Main um Patsy abzuholen. Ich bin aufgeregt als ich ankomme. Sehr sogar. Hier laufen mindestens sieben Hunde rum und eine von ihnen ist Patsy. Ich bekomme einen Café und beantworte einige Fragen.

Dann bringt sie zwei Hunde rein. Ich erkenne sie sofort, die Hündin für die ich eine Übergangslösung sein soll. Sie sieht mich – und dann sieht sie mich an. Sofort entsteht eine Verbindung über unsere Augen. Mein Herz fängt an schneller zu schlagen und mir ist klar, dass mein Vorhaben als Pflegstelle in genau diesem Moment gescheitert ist.

Ich freue mich und zeitgleich schießen mir unzählige Fragen durch den Kopf wie: Was mag sie? Was braucht sie? Was ist ihr wohl widerfahren? Um nur einige zu nennen. Wir machen die Papiere fertig und die Frau sagt zu mir, dass Patsy vor einigen Monaten angeschossen wurde. Ich muss in den nächsten zwei Wochen zum Tierarzt um sie röntgen zu lassen. Vorgabe aus dem Tierschutz. Ja klar, kein Problem. Aber jetzt fahren wir erstmal zurück nach Berlin.

Es ist alles so aufregend und so neu. Ich gebe ihr die ersten Tage Zeit sich einzugewöhnen und stelle fest, was für eine wunderschöne Hündin sie ist. Sie ist mittelgroß, sehr sportlich, schwarz weiß gefleckt mit einer schwarzer Maske an Augen und Ohren und einem schwarzen Fleck direkt hinten auf ihrem Hintern. Und sie ist so intelligent. Ein Abi-Hund sozusagen. Ich nenne sie von nun an Frieda.

Dann kommt der Schock. Sie wird beim Tierarzt erst medizinisch gecheckt und dann geröntgt. Beim Blick auf ihr Röntgenbild falle ich fast vom Glauben ab. Meine schöne Hündin sieht von innen aus wie ein Sternenhimmel. Nur dass die vielen Sterne Schrotkugeln sind. Wir zählen mindestens 80 kleine Punkte. Unfassbar! Wie hat sie das überlebt? Wie können Menschen nur so abscheulich sein? Auf ein unschuldiges Tier zu schießen und es dann auch noch leiden zu lassen? Was ist denn da in diesen Köpfen nicht in Ordnung? Ich bin schockiert, wütend und zutiefst erschüttert. Mir fehlen die Worte.

Frieda sieht mich unsicher an als ob sie zu mir sagen will: „Bitte lass mich nicht hier – ich habe nichts getan.“ Tränen schießen in meine Augen. Ich sehe sie an, lege die Hand auf ihren Kopf und schwöre ihr an diesem Tag, dass ich mein Bestes geben werde, um ihr das Leben zu geben, dass sie verdient. Ein schönes Leben. Eins mit viel Auslauf, Freude, leckerem Futter und vor allem – mit viel Liebe. Dieses Versprechen habe ich immer gehalten, aber nicht im Ansatz damit gerechnet, was SIE mir geben wird.

In den kommenden 12 Jahren wird sie zu meiner beste Freundin. Trotz dieser vielen Schrotkugeln, bleibt sie solange bei mir. Ich bin so oft beeindruckt von ihr. Sie hat einen sanften, freundlichen und zugleich frechen und starken Charakter. Trotz ihrer krassen Geschichte, ist sie so lebensfroh.

Am meisten berührt sie mich jedoch mit ihrer Liebe zu mir. Sie ist echt. Sie ist ohne Erwartungen, ohne Maske, sie ist bedingungslos. Ich fange an, meine Mutter zu verstehen mit Hanna damals. Frieda ist für mich da wenn kein anderer es ist. Sie nimmt mich wahr wie niemand anders es kann. Sie mag mich auch wenn ich mich selbst nicht mehr mag. Ich bin ihr Lieblingsmensch und das zeigt sie mir – jeden einzelnen Tag. Wir haben eine ganz besondere Bindung. Sie ist anders, sie ist tief und sie ist heilsam. Für uns beide.

Frieda lehrt mich im Laufe der Zeit so vieles. Die wichtigsten Lektionen lerne ich durch ihren angeborenen Jagdtrieb. Er liegt in ihrer Natur, er ist ein Teil von ihr. Und er treibt mich in regelmäßigen Abständen in den Wahnsinn.

Ich kann mich noch genau an eine Situation erinnern, bei der ich sie beim Spaziergang in der naheliegenden Kleingartenanlage ganz voller Vertrauen von der Leine lasse. Es sind ja nur Wege mit eingezäunten Gärten hier, denke ich. Und erst viel weiter hinten kommt das große Maisfeld.. Die ersten drei Minuten laufen gut. Sie rennt vor und zurück, schnüffelt hier, schnüffelt da und ist ganz wichtig unterwegs. Auf einmal bleibt sie stehen. Ihre Nase geht hoch. Irgendwas wittert sie. „Shit!“ – denke ich. Das ist nicht gut. Ich versuche sie zu mir zu rufen. Zu spät! Im nächsten Moment rennt sie in einem Affenzahn los, um die Ecke Richtung Maisfeld und ist weg. Keine Chance.. Auch ich renne – hinter ihr her. Ich renne rufend, fast schreiend hinter ihr her. Deutlich langsamer komme ich nun auch der Ecke, an der sie abgebogen ist, an. Ich sehe sie mittlerweile schon in weiter Ferne. Sie ist so unfassbar schnell und hat das Maisfeld schon fast erreicht. Ebenso wie die zwei Rehe vor ihr, die sie gerade jagt. Und zack – weg ist sie. Ebenso wie die beiden Rehe.

Na toll! Das wars. Ich bekomme Angst. Angst, dass sie nicht wieder kommt, dass sie sich verläuft, sich verletzt, ja vielleicht sogar stirbt. Wer weiß! Kann ja alles sein! Ich sehe sie ja nicht mehr. Ein schreckliches Gefühl macht sich in mir breit. „Warum zum Henker sind diese scheiß Rehe hier in dieser Anlage?!“, frage ich mich. „Das gibt es doch nicht!“ Ich kann auch nichts sehen weil dieser Mais einfach viel zu hoch ist! Mittlerweile bin auch ich am angekommen. Mir bleibt nichts anderes übrig außer hier zu warten. Dort, an der Holzbank am Rande des Feldes, ein paar Meter von dort, wo sie eben reingerannt ist.

10 Minuten vergehen, nichts – keine Frieda in Sicht, auch nach 20 Minuten ist sie nirgends zu sehen oder zu hören. Ich bin mittlerweile richtig nervös. Die ersten Anzeichen von Panik zeigen sich.. Ich weiß nicht was ich machen soll. Vor lauter Sorge überlege ich, wen ich anrufen kann, um mich zu beruhigen. Auf einmal höre ich ein bekanntes Geräusch! Ich sehe sie zwar nicht, aber ich höre sie irgendwo in diesem Maisfeld bellen. „Na toll, zumindest lebt sie!“, denke ich und fange aus lauter Wut und Frust an zu weinen.

Nach einer gefühlt ewigen Zeit aus Sorge und Angst höre ich es nach ca. 50 Minuten neben mir rascheln. Und da steht sie. „Oh Gott sei Dank!“, denk ich. Was für eine Erleichterung!

Sie kommt freudig zu mir und schaut mich mit unschuldigen Augen glücklich an, als will sie mir sagen. „Das war MEGA! Fast hätte ich die Rehe gestellt. Wo warst du?“. Sie sieht ein bisschen fertig – und gleichzeitig so glücklich aus.

Ich will schimpften, ihr sagen, dass sie nicht einfach abhauen darf. Das ich mir Sorgen gemacht habe. Und was sie sich dabei denkt, mich so in Angst zu versetzten. Das darf sie nie wieder tun..! Aber außer brummiges Murren, bringe ich nicht viel über die Lippen. Ich kann ihr nie lange böse sein. Blöder Jagt Trieb!

Diese Situationen erleben wir öfter. Sie sind immer anstrengend für mich und doch lehrt Frieda mich damit so Vieles. In stressigen Situationen Ruhe zu bewahren, zum Beispiel. Geduld zu haben wenn ich ihr was beibringen möchte. Und ganz wichtig – Verantwortung für mein eigenes Handeln zu übernehmen. Und meiner Hündin zu vertrauen.

Sie zeigt mir, dass sie im hier und jetzt lebt. Wenn ich 100% da bin, dann hört sie hervorragend.  Bin ich nicht fokussiert, macht sie was sie will. Mit der Zeit verstehe ich, dass sie mich spiegelt. Sie spiegelt meine Stimmung und reagiert auf meinen emotionalen Zustand. Aber nicht nur das; Sie zieht mir meine Masken ab, gibt mir Struktur, bringt mich zum Lachen und freut sich über jeden Moment indem sie mir ihre Welt zeigen kann. Meine liebe treue Seele. Ihre Liebe zu mir ist rein. Sie ist vorbehaltlos, wahr und immer da. Bis zu ihrem letzten Atemzug am 22 Juli 2025. Seither fehlt sie mir unendlich.

Heute glaube ich, dass sie mich gewählt hat, nicht ich sie. Das sie mich trainiert hat, nicht ich sie. Ihr Herz spricht zu meinem Herz. Auf Latein heißt das „Cor ad cor locitur“ – eine spürbare und echte Verbindung der Herzen. Für diese besondere Erfahrung werde ich ihr mein Leben lang dankbar sein.

Irgendwann werde ich wieder soweit sein und mein Herz für eine besondere Hundeseele öffnen. Ganz sicher wird auch dieses Tier aus dem Tierschutz sein. Das ist kein Versprechen. Es fühlt sich vielmehr an wie ein Eid an die Tierwelt.

Frieda hat mir gezeigt, dass sie „nur“ eine zweite Chance brauchte. Eine zweite Chance und veränderte Rahmenbedingungen, sodass sie ihr wahres Wesen zeigen konnte. Und genau so ist es auch mit uns Menschen.

Wir alle tragen Geschichten in uns, die von außen nicht sichtbar sind. Wir tragen Erfahrungen, Narben, Hoffnungen und Träume.. Und wir alle brauchen alle ab und an jemanden, der uns die Hand reicht. Jemanden, der zuhört und der Mut macht, wenn das Leben gerade schwer ist.

Denn egal ob Mensch oder Tier – Wir blühen alle auf, wenn wir die Chance bekommen, gesehen zu werden. Wenn wir die Chance bekommen, anerkannt und angenommen zu werden.

Wahrhaftigkeit entfaltet sich selten im Druck – sondern dort, wo jemand sagt: Ich sehe dich. Und ich glaube an dich. Dann geschehen die größten Wunder.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft von Frieda:

Sei der Mensch, der Chancen gibt.
Sei der, der bleibt, wenn andere längst weitergegangen sind.
Sei der Mensch, der zuhört, wenn andere schon aufgegeben haben.
Sei der, der Mut macht, selbst wenn alles hoffnungslos erscheint. Der nicht auf Fehler schaut, sondern auf Möglichkeiten.

Sei Du dieser Mensch.

 

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